Samstag, 27. Juni 2015

Osteria Vecchio Tiglio, Losone

Ristorante Vecchio Tiglio, Via Municipio 12, Losone, Tel. 091 791 14 98
Sonntag geschlossen





Diese abgebildete Pizza in der Osteria Vecchio Tiglio von Claudio Tomasello in Losone ist der Grund, warum ich immer und immer wieder hier her muss. Selbstverständlich im traditionellen Holzofen gebacken, ein hauchdünner, knuspriger Teig, beste Zutaten, für mich die perfekte Pizza. Mein Favorit ist zwar die Pizza Calabrese, doch diese Pizza Spinaci, zusätzlich mit Zwiebeln und Thunfisch, landet direkt auf dem Siegertreppchen dahinter. Das Ei, innen noch cremig, wie es sein muss, darüber etwas Chili-Öl, jaaa, genau so muss Pizza schmecken.

Davor gibt es noch das, was ich immer hier esse: Salat von rohen Artischocken und Parmesan


Für Gerhard gibt es Cicorietta-Salat aus dem eigenen Garten, schön angemacht, hauchdünne Zwiebelscheiben darüber, ein köstlicher Auftakt. Anschliessend Spaghetti mit Frühlingszwiebeln und Peperoncini und zum Abschluss sein geliebtes Schokoladeneis, zwar nicht hausgemacht, aber von so guter Qualität, dass es auf seiner ganz persönlichen 'Gerhards-Schokoladeneis-Skala' = GSS volle 8,5 Punkte verliehen bekommt.

Auch wenn wir schon häufig hier in dieser Osteria zu Gast waren, konnten wir diesmal zum ersten Mal draussen im Garten sitzen, umsorgt durch den herzlichen Service des unnachahmlichen Paolo, der selbst beim mitttäglichen Hochbetrieb den Überblick behält, unermüdlich hin und her rennt und trotzdem für jeden Gast ein freundliches Wort hat.



Es gibt eine erfreulich grosse Auswahl von glasweise ausgeschenkten Weinen, sowohl Weissweine als auch Rosé und Rotweine, die an der Tafel angeschrieben stehen.

Fazit: Lieber Claudio, auch wenn wir uns diesmal mit dem Wein nicht ganz so einig waren, kommen wir immer wieder gerne an diesen herrlichen Genussort unter dem Lindenbaum.

Freitag, 26. Juni 2015

Catalogna Arrabiata mit Tintenfisch




Wann immer ich beim Fischhändler diese richtig schön grossen Sepia-Tuben entdecke, greife ich zu. Normalerweise landen sie bei mir auf dem Grill, so wie hier (klick). Das ist mein absolutes Lieblings-Grill-Gericht (notfalls brate ich es auch mal auf dem Herd in der Grillpfanne).

Diesmal habe ich den Tintenfisch mit Catalogna und Tomaten kombiniert, die ich schön scharf mit Peperoncini abgeschmeckt habe, alla arrabiata eben ;-)
Eine wunderbare Kombination - sofern man die bittere Note bei Catalogna mag.


ich nehme (für 2 Personen):

  • ca. 300 g Sepia, am besten ein richtig schön grosses Stück, möglichst schon fertig geputzt
  • 1 Staude Catalogna, 1 Stücke geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe, geschält, fein gewürfelt
  • 1 Chilischote, in dünne Ringe geschnitten (wer die Schärfe nicht so gerne mag, entfernt die Kerne und Innenhäute)
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • ca. 4 EL Tomatenpassata
  • eine gute Handvoll halbierte Cocktailtomaten
  • Petersilie, glatt, gehackt
  • 1 guter Schluck Weisswein
  • Parmesanspäne
und los gehts:

Den Tintenfisch in Stücke schneiden (evtl. vorher auf beiden Seiten rautenförmig einritzen) und kurz und heiss im Olivenöl anbraten. Wer lediglich die kleinen Sepie bekommt, nur ganz ganz kurz bei höchster Hitze anbraten, die Gesamtbratzeit sollte 3 Minuten nicht überschreiten, sonst werden sie zäh. Bei den grossen Stücken dürfen es ruhig ca. 10 Minuten Bratzeit sein.
Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.

Nun die Catalogna und die Cocktailtomaten in der gleichen Pfanne anbraten, Knoblauch und Chili dazu, unter ständigem Rühren kräftig anbraten. Salzen und pfeffern. Die Tomatenpassata dazu geben, mit Weisswein abschmecken und so lange braten, bis die Catalogna gar ist (höchstens 10 min). 

Wieder mit dem Tintenfisch mischen, kurz erwärmen und mit Petersilie bestreuen. Wer mag, gibt noch etwas Parmesanspäne darüber.







Donnerstag, 25. Juni 2015

Sommerliche Pasta mit Ziegenkäsecreme



Wenn fast nichts mehr im Kühlschrank ist bzw. ich noch schnell vor dem Wochenendeinkauf den Kühlschrank von Gemüseresten 'säubern' will, entstehen die köstlichsten Pasta-Gerichte. So auch dieses Mal. Da war wirklich nur noch ein kläglicher Rest vorhanden: eine Karotte, ein Stück Zucchini, ein paar Cocktail-Tomaten. Etwas Ziegenfrischkäse fand sich auch noch, daraus habe ich mit ein paar Zutaten aus dem immer vorhandenen Vorrat eine Köstlichkeit gebastelt. 



ich nehme (für 2 Pers.):


  • 120 g Tagliatelle
  • 1/2 Zucchino (in dünne Spalten geschnitten)
  • 1 Karotte, geschält, längs in dünne Scheiben geschnitten, dann daraus Rauten 
  • eine Handvoll halbierte Kirschtomaten
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • ein guter Schluck Weisswein
  • glatte Petersilie, Basilikum, fein geschnitten


für die Ziegenkäsecrème:


  • ca. 80 g Ziegenfrischkäse
  • 5 getrocknete Tomaten, klein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein paar Blätter Basilikum
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Olivenöl


und los gehts:

Mit der Ziegenfrischkäse-Crème beginnen: Alle Zutaten in einen kleinen Mixer geben und zu einer cremigen Paste verrühren. Evtl. noch etwas Olivenöl zugeben. Etwas durchziehen lassen.

Tagliatelle nur ganz knapp seeehr al dente kochen (sie gart später in der Pfanne noch nach).
Zucchini-Stücke und Karotte im Olivenöl anbraten, am Schluss die Tomaten dazu geben, salzen, pfeffern, mit Weisswein ablöschen und die frisch gehackten Kräuter untermischen.

Mit den Tagliatelle vermischen, vielleicht noch ein bisschen Weisswein angiessen, damit das Ganze nicht zu trocken wird. Auf einem vorgewärmten Teller anrichten, etwas von der Ziegenkäse-Crème darauf anrichten, mit Basilikum garnieren.

Da brauchts keinen Parmesan mehr... Es schmeckt so einfach köööstlich und nach Sommer


Freitag, 5. Juni 2015

Neuentdeckung: Osteria La Tavola di Babette, Golino

Osteria La Tavola di Babette, Casella Postale 12, 6656 Golino
Tel. 091 780 73 38, von Dienstag bis Samstag nur abends, Sonntag ist mittags und abends geöffnet



Kürzlich war ich in der Cantina dell'Orso Wein kaufen. Beim Plaudern mit dem Tessiner Weinpapst Urs Mäder fragte ich ihn auch nach kulinarischen Neuigkeiten im Tessin. Er empfahl mir die erst vor knapp vier Wochen neu eröffnete Osteria La Tavola di Babette in Golino. Da soll eine Könnerin am Herd stehen, die die alten römischen Rezepte auf neue leichte Art interpretiert, das klang interessant. Das musste ich mir sofort anschauen und ich fuhr noch am selben Tag vorbei. Leider ist diese Osteria (ausser sonntags) nur abends geöffnet, aber der Signore und ich sind Mittags-Esser... doch nun fand sich doch eine Gelegenheit.

Wir nahmen den Aperitif im Garten, umgeben vom betörenden Duft der Zitronenblüten schmeckte der Prosecco noch viiiiel besser.


Zum Essen zogen wir in den gemütlichen Gastraum mit dem schönen Kamin um



Dies ist mal wieder eine dieser Adressen, an denen ich die Speisekarte rauf und runter essen könnte, mir fiel die Wahl sehr schwer. Aber ich muss ja da sowieso wieder hin, dann fange ich jetzt einfach mal oben an:

Parmigiana di melanzane con basilico croccante  e crema al parmigiano reggiano



Maltagliati aglio, olio, peperoncino e guanciale croccante


Fritturina di Calamari (frittierte Calamari mit Salat)



Das Dessert? Da ging nichts mehr - ausser dem üblichen Espresso corretto con Grappa, aber damit ihr seht, dass ich euch nicht vergessen habe, gibt es wenigstens für alle Süssschnuten ein Foto der Dessert-Auswahl:




Dienstag, 2. Juni 2015

Antico Ristorante Borromeo, Ascona

Antico Ristorante Borromeo, Via Collegio 16, Ascona,
Tel. 091 791 92 81, Ruhetag Montag (in den Sommermonaten auch Montagabend geöffnet)



Dies ist der Eingang zum Ristorante Borromeo. Im Winter sind wir dann immer gleich links abgebogen in den schönen Gastraum mit dem Kamin, doch diesmal durften wir endlich bei herrlich warmem Wetter den Garten kennenlernen


Es ist Spargel-Saison, das merkt man auch der Karte an: Für den Signore gab es Spargelcremesuppe (hier im Tessin meist aus grünem Spargel) und anschliessend 'Asparagi alla Parmigiana'



Ich entschied mich für das, was ich immer meistens hier esse: Branzino alla mediterranea con verdure e riso



(Memo für mich beim nächsten Mal: Bei der Bestellung sagen, dass ich den Fisch innen glasig gegart mag....)

Wir schliessen diesen wunderschönen Mittag ab mit einem Espresso corretto für die Signora und einem Traubensorbet mit Grappa für den Signore.


Montag, 1. Juni 2015

Neuentdeckung: Ristorante Grotto alla Taverna, San Nazzaro

Ristorante Grotto alla Taverna, Via Taverna 35, San Nazzaro/Gambarogno
Tel. 091 780 00 12, geöffnet von März bis Dezember, Ruhetag: Dienstag, mittags und abends geöffnet




Von einem sehr netten Leser (merci beaucoup, cher Pierre!) bekam ich den Tipp, der uns zu diesem Grotto führte. Hier ein Auszug aus seiner Mail:

Und so sind wir unter starkem
Regen mit zwei müden Töchterlein ins Grotto alla Taverna angekommen.
Super Tessiner Küche und ein wirklich freundlicher Service haben uns wieder
zur guten Laune gebracht. Also bestimmt einen Abstecher wert!


Wir kamen zwar bei herrlich warmem sonnigen Wetter an und konnten abends im schönen Garten am Granittisch sitzen, brauchten auch keinen Stimmungsaufheller, doch dieser aus tiefstem Herzen kommende herzliche Service war so etwas von wohltuend, dass ich ab diesem Zeitpunkt nur zu gut nachvollziehen konnte, wie sich Pierre, der völlig übermüdet mit seiner Familie aus dem Regen kam, gefühlt haben muss.



Im Bild-Hintergrund erkennt man noch gut die ehemalige Boccia-Bahn, wie sie früher in den Grotti Tradition war.

Die Speisekarte ist angenehm klein, dies ist meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass alles frisch gekocht wird. Als Antipasti werden angeboten: Insalata di Mare (Meeresfrüchte-Salat), Carpaccio di Manzo con Ruccola e Grana (Rinder-Carpaccio mit Ruccola und Parmesan), Culatello (mein Lieblingsschinken; eine herrliche Erklärung, um welchen Schinken es sich hierbei  handelt, gibt es hier (klick) ), Carpaccio di Pesce Spada (Schwertfisch-Carpaccio).

Als Pasta-Gang gibt es Tris di Pasta (für 2 Personen), Linguine ai Frutti di Mare, Spaghetti al Pomodoro, ... Carbonara, ... al Pesto, Treccine al Asparagi e Ricotta, Ravioli di Asparagi.

Unter den Secondi hat man die Qual der Wahl zwischen Stinco di Maiale, Agnello Brasato al Forno (im Ofen geschmorte Lammhaxe), Coniglio in Umido con Polenta (Kaninchen geschmort mit Polenta), Entrecôte di Manzo, Filetti di Salmone sul Letto di Porri Stuffati (Lachsfilet auf einem Bett von geschmortem Lauch).

Glücklicherweise fiel uns für diesmal die Auswahl nicht schwer, denn wir folgten der Tagesempfehlung unserer freundlichen Dame vom Service: Fritto Misto del Lago



Fisch-Knusperli aus dem Lago, mit wahlweise Gemüse, Kartoffeln und/oder Salat.

Dazu hat uns wunderbar der 2013er Prà, ein Merlot Bianco von Guido Brivio geschmeckt:



Am kommenden Freitag, 5. Juni 2015, gibt es hier übrigens "Maialino allo Spiedo" (Spanferkel am Spiess) mit Tessiner Musik.

Ich würde reservieren, wäre ich zu diesem Zeitpunkt noch im schönen Tessin....

Ansonsten komme ich einfach baldmöglichst wieder.

Samstag, 30. Mai 2015

Ristorante La Brezza im Hotel Eden Roc, Ascona


Vorsicht! Laaanger Bericht! Aber solche Genussplätze kann ich nicht in ein paar Worten abhandeln. Holt euch zuerst ein Glas Wein. Habt ihr? Dann lehnt euch jetzt gemütlich zurück und lest mit mir in Ruhe meine Schwärmereien über die kulinarischen Genüsse, die ich hier erleben durfte.




Dies war im Tessin einer der ersten traumhaften Abende, an denen man auf der Terrasse essen und vor allem bei wundervoll klarem Sternenhimmel bis spät abends draussen sitzen konnte.

Solche zauberhaften Momente lassen sich im Hotel Eden Roc erleben. Alle drei, bzw. wenn man das Marina mitzählt, alle vier Restaurants, haben einen herrlichen Blick auf den Lago Maggiore, alle stehen ganz weit oben auf meiner privaten Liste der Lieblings-Genussplätze. Über das La Casetta, das kleine Haus am See, habe ich schon erzählt (u.a. klick hier), auch vom Marina habe ich schon begeistert berichtet (klick hier und dann nochmal hier)

Seit 2014 ist Salvatore Frequente Küchenchef im La Brezza. Der gebürtige Sizilianer schwingt ebenfalls im Marina und im schönen Haus am See La Casetta das Küchenzepter. Er wurde im Gault-Millau zum Aufsteiger des Jahres 2015 gekürt und mit 17 Punkten ausgezeichnet.

Auch ein Küchenchef muss nicht immer anwesend sein. Freie Tage, Urlaub, auswärtiges Kochen und/oder die Entgegennahme von Auszeichnungen hindern ihn manchmal daran, in der eigenen Küche zu stehen. Dafür, dass dies bei seinen Gästen unbemerkt bleibt, braucht er einen guten Sous-Chef. Der Signore, der seinem Chef den Rücken frei hält, heisst im La Brezza Marcel Laversa. Warum ich das weiss und warum ich das trotzdem bemerkt habe? Ich durfte sehr zu meiner Freude einen Besuch in der Küche machen.
Von Marcel Laversa werden wir sicherlich noch Einiges hören - ich freue mich darauf.

Doch nun wollt ihr sicherlich wissen, was ich an diesem zauberhaften Abend geniessen durfte:

Unser Menu startet mit diesem Amuse: Jakobsmuschel/Zitrone



Und nun? Was ist jetzt los? Ein Himbeertörtchen? Sind wir schon beim Dessert? 
Oh, nein, diese grandiose Création besteht aus Foie Gras und Himbeercoulis, mit einem Schokoladenmantel überzogen und einer kleinen Nocke aus cremigem Foie Gras(?)-Eis.




Es geht weiter mit Paccheri in einer herrlich aromatischen Meeresfrüchtesauce



Das nächste Highlight: Polenta Espuma, confiertes Bio-Eigelb, Petersiliencreme, Kalbsbries - ein faszinierendes Geschmackserlebnis und auch hier begeisterte mich wieder die geschmackliche Intensitität und das Spiel mit den unterschiedlichen Texturen. 





Als nächster Gang der Fisch - Auch bei diesem Gericht schmeckt man, dass hier ein Saucier am Werk ist, der sein Handwerk versteht:
Schwarzer Kabeljau/Zucchetti/Kutteln/Schalotten. Ja? Wo ist er denn, der Fisch? Komplett und mit Genuss aufgegessen, das ist sicher. Aber wo ist das Foto? Das fiel sicherlich der Gier der Fotografin zum Opfer... 
Weniger gierig mache ich mich dann später allerdings über das Dessert her - ich bin nunmal keine Süssschnute, das ist ja meinen Lesern mittlerweile bekannt.

Der unwiderstehlichen Charme-Offensive des Maître bin aber selbst ich nicht gewachsen. Wir lassen uns von ihm zu wenigstens einem Dessert (mit zwei Löffeln) überreden. Von seinem Erfolg ermutigt, gelingt es ihm sogar, uns auch noch das Pre-Dessert in Form eines Mini-Cheesecakes "ganz dezent" ebenfalls schmackhaft zu machen. 



Wir kämpfen uns heroisch durch das Ricotta-Soufflée mit Joghurteis und Pfirsichsauce und legen anschliessend erleichtert und stolz die Löffel ab - um dann zu sehen, dass es erbarmungslos weitergehen soll - der Wagen mit den Trüffeln, Macarons und ich-weiss-nicht-was-alles, die dekorativ in grossen Bonbonière-Gläsern präsentiert werden, rückt unaufhaltsam und bedrohlich näher an unseren Tisch heran. 



Glücklicherweise naht Rettung in Form des Hoteldirektors Herrn Schälli. Nicht ganz uneigennützig und dabei völlig ohne Hintergedanken laden wir ihn ein, uns noch ein wenig Gesellschaft zu leisten und lenken somit ganz geschickt die Aufmerksamkeit des Service von uns ab. Herr Schälli muss, ob er will oder nicht, zur Ehrenrettung unseres Tisches beitragen und ein paar der sicherlich köstlichen süssen Teile aus den Bonbonnièren verspeisen. Diese schwere Aufgabe erledigt er eines Hoteldirektors würdig mit seiner unnachahmlichen Nonchalance.

Fazit: Ihr merkt es sicherlich an meinem Schwärmen - dies ist einer der Genussplätze - einer meiner Lieblings-Genussplätze - ein Wohlfühlort, an dem sowohl Essen als auch Ambiente und ein wunderbar unprätentiöser Service dazu beitragen, dass ich da möglichst schnell wieder hin muss.







Freitag, 29. Mai 2015

Cantine Aperte - Tag bzw. Wochenende der offenen Weinkeller im Tessin

An diesem Wochenende dreht sich im Tessin wieder alles um Wein: zum 17. Mal öffnen die Winzer im Tessin ihre Weinkeller-Türen. Kurzentschlossene haben noch Zeit bis morgen oder übermorgen: Samstag, 30. Mai und Sonntag, 31. Mai findet die von Ticinowine organisierte Veranstaltung statt, an der sich mittlerweile über 60 Winzer beteiligen. Auf der Seite von Ticinowine kann man sich auch die Liste der beteiligten Weingüter anschauen bzw. runterladen (klick hier)


Foto Eden Roc


Das ist eine wundervolle Gelegenheit für Weinliebhaber die Keller und Weinberge in der Sonnenstube der Schweiz zu besichtigen, mit den Produzenten zu sprechen und auch vor allem direkt vor Ort die herrlichen Tessiner Weine zu verkosten. Die meisten mitwirkenden Betriebe beschränken ihr Angebot nicht nur auf Degustationen, sondern tischen typische Tessiner Gerichte auf, oft auch mit musikalischer Begleitung.

Die Tessiner Weine aus der Merlot-Traube sind schon längst kein Geheimtipp mehr. Mittlerweile gibt es hier viele edle Tropfen, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Viele Weinkeller sind darüber hinaus architektonische Schmuckstücke, die sich inmitten idyllischer Rebberge befinden.

Also, auf auf! Worauf wartet ihr noch? Das Hotel Eden Roc in Ascona bietet übrigens ein passendes Arrangement an mit einem Besuch bei ausgewählten Weingütern, Degustationen vor Ort und Abendessen in einem der vier wunderbaren Restaurants des Hotels. Mein Favorit ist das Ristorante La Brezza, doch dazu morgen mehr.


Donnerstag, 28. Mai 2015

Gemüsekaufrausch

Meistens passiert es mir im Frühling (häufig auch im Sommer, wenn mich die sonnenverwöhnten Farben anlachen, oft auch im Herbst, wenn die bunten Gemüse allzu verführerisch präsentiert werden oder aber im Winter, wenn die Lust auf frische Kohlsorten geweckt ist), dass mich ein unwiderstehlicher Gemüsekaufrausch überfällt. Ihr merkt schon, eigentlich überfällt er (der Gemüsekaufrausch) mich immer, wenn ich eine solch schöne Vielfalt sehe:


Foto: Fattoria Pedroia
Lande ich in einem solchen Zustand auch noch bei einem meiner bevorzugten Biobauern im Tessin, der Fattoria Pedroia, ist es meist um mich geschehen und ich fahre mit einem übervollen Einkaufskorb nach Hause, grundsätzlich vergessend, dass ich die nächsten Tage das Tessin alleine geniessen muss darf werde, da Gerhard für ein paar Tage zurück nach Deutschland fahren musste. 

Doch hier im Bio-Hofladen von Donato Pedroia in Gordola, in der Via Saleggi 2 entdecke ich ausgefallene Salate, Kräuter, Gemüse etc. Ich freue mich schon auf die Tomatensaison, denn diese Vielfalt, die es dann hier gibt, ist für jeden Tomatenfan auch einen grossen Umweg wert. Die Tessiner Wildkräuter-Königin Meret Bissegger kauft hier übrigens auch ein (klick hier für ihre Einkaufsempfehlungen)

Doch was beginne ich nun mit einem Kühlschrank voller Gemüse? Die Gemüseverwertung erster Wahl ist dann meist eine Minestrone, denn in diese gehören einfach alle saisonalen Gemüse, gerade das, was man auf dem Markt findet (oder in den Kühlschrank geladen hat). Sie lässt sich wunderbar einfrieren. Mittlerweile habe ich für alle vier Jahreszeiten die passende Minestrone im Tiefkühler. Wie schön ist es doch, an einem trüben, grauen Wintertag sich eine frühlingshafte oder sommerlich bunte Minestrone auf den Teller zu holen.

So, nun kommen wir endlich zu meiner Frühlings-Minestrone. Ich habe bewusst auf die sonst übliche Beigabe von Kartoffeln und/oder Reis bzw. Teigwaren verzichtet, weil ich den leichten Charakter dieser Minestrone lediglich mit viel Kräutern hervorheben wollte.



ich nehme (für 4 - 6 Pers.):
  • 1 Zwiebel, geschält, gewürfelt
  • wer mag: ca. 50 g gewürfelte Pancetta
  • wer hat: Rinde eines Parmesan
  • 1 - 2 EL Olivenöl
  • und nun Gemüse je nach Verfügbarkeit, bei mir waren das
  • 2 Karotten, geschält, gewürfelt
  • ca. 1 - 2 Tassen Staudensellerie, in Scheiben geschnitten
  • ca. 1 Tasse frisch gepalte grüne Erbsen
  • 1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
  • ein paar Stangen grüner Spargel, die unteren Enden abgebrochen, in Stücke geschnitten
  • 1/2 Kohlrabi, in Würfel geschnitten
  • 2 Mangoldblätter oder Spinat
  • Salz, Pfeffer
  • ein paar Salbeiblätter
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • kurz vor dem Servieren: frisch geriebener Parmesan und viel frisch gehackte Kräuter über die Suppe streuen bzw. darin verrühren
und los gehts:

Einen grossen Topf nehmen. Zwiebel im Olivenöl andünsten bzw. bei Verwendung von Pancetta mit diesem bei mittlerer Hitze kurz anbraten. Die Gemüse in der Reihenfolge ihrer Garzeit in den Topf dazu geben, ab diesem Zeitpunkt gehören auch Salbei, Thymian und Rosmarin mit in den Topf, salzen, pfeffern, kurz andünsten und mit Wasser auffüllen, bis alle Gemüse bedeckt sind. Wer hat fügt noch ein Stück Rinde vom Parmesan dazu, das ergibt einen wunderbar würzigen Geschmack.

Mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis alle Zutaten gegart sind, ich mag es gerne mit ein wenig Biss, viele Tessiner Rezepte für Minestrone geben allerdings eine Garzeit von über 1 Stunden an, bei dieser Zubereitungsart ist mir das Gemüse zu sehr zerkocht.

Kurz vor dem Servieren frisch gehackte Kräuter unterrühren (ich hatte Petersilie, piantaggine coltivata (Spitzwegerich) und shungiko oder auch crisantemo di Garland (eine spezielle Chrysanthemen-Art)

Ecco! Buon appetito!





Sonntag, 24. Mai 2015

Gegrilltes Stubenküken mit Rosmarin und Zitrone

Nun ja, zugegeben, das ist nun nicht sehr innovativ, mittlerweile weiss wirklich jeder Leser, dass wir grosse Fans von Brathühnchen (und Cordon Bleu) sind, weil er es auf dem Blog schon mindestens hundertmal gelesen hat. Pro Tessin-Aufenthalt wandert auch mindestens eines dieser Güggeli in unseren Backofen bzw. auf den Grill oder wir lassen sie uns auswärts schmecken. Die besten Tessiner Auswärts-Essen-Güggeli gibt es übrigens hier (klick)

Oder bei uns vom Elektro-Grill, die ich zwar schon mal hier (klick) vorgestellt hatte, aber ihr müsst euch das schon wieder anschauen, denn heute gab es diese Güggeli extra für Sandra, denn sie wünscht sich für das Blog-Event bei zorra Gegrilltes, denn "It's BBQ-'Time". Tja, was soll ich machen, Sandra ist schuld ;-)






Wir haben unsere Güggeli wieder bei Terreni alla Maggia gekauft, sie mit frischem Rosmarin (DAS Tessiner Kraut!) und Zitronenscheiben gefüllt, gesalzen, gepfeffert und leicht eingeölt auf dem Grillspiess unseres kleinen Elektrogrill-Backofen gegrillt.



Dazu gab es Rosmarin-Kartoffeln und grüne Blattsalate.



Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)

Samstag, 23. Mai 2015

BLU Restaurant & Lounge, Locarno

BLU Restaurant & Lounge, Via Goacchino Respini 11, Locarno,
Tel. 091 759 00 90, täglich geöffnet von 9:00 bis 1:00 Uhr



Es ist nicht so, dass wir in der letzten Zeit kein Ristorante oder Grotto hier im Tessin besucht haben, doch darüber hüllen wir besser den Mantel des Schweigens (darunter alleine drei Neueröffnungen, die wirklich enttäuschend waren). Auch das vor knapp 4 Wochen eröffnete Ristorante BLU im Lido di Locarno veranlasst mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen. Mir haben das Ambiente und die Lage direkt am Lago Maggiore gut gefallen und im Gegensatz zum Signore war ich mit meinem Essen zufrieden. Grosses Lob auch für die gut aufgelegten, aufmerksamen Herren im Service.

Crema d'asparagi con speck croccante - Spargelcremesuppe mit knusprigem Speck:



Insalata di carciofi e champignon - Salat aus rohen Artischocken und Champignons


BLU-Hamburger für den Signore


für mich tadelloses Fritto Misto di Mare (mit der wohl unvermeidlichen Balsamico-Malerei):



Aus der umfangreichen Weinkarte, darunter eine grosse Auswahl an Tessiner Weinen, einige auch offen bzw. in kleinen Flaschen angeboten, wählten wir den Gran Rosé von Guido Brivio, der uns schon einige Mal ein geschätzter Begleiter war.


Samstag, 2. Mai 2015

Abschied vom Tessin (aaaaber nur für kurz) und das Ristorante Al Portico, Gerra-Gambarogno

Ristorante al Portico, Gerra - Gambarogno, Tel. 091 794 22 12
Montag und Dienstag geschlossen


Wie der Name schon sagt, unser Kurzurlaub im Tessin war mal wieder vieeel zu kurz! Um uns den Abschied besonders schwer zu machen, legt sich die Sonne auch nochmal richtig ins Zeug und verwöhnt uns mit 24 Grad und Sonne.



Wir verbringen diesen sonnigen Vormittag in Ascona mit schwimmen, in der Sonne sitzen, Prosecco trinken... Nichtstun und Leute gucken; essen dann im Ristorante al Portico in Gerra, sitzen dort noch lange im sonnigen Garten und unterhalten uns mit dem Inhaber Pasquale Progano über Gott und die Welt - ach, wie herrlich kann doch Nichtstun sein .

Doch bevor Pasquale Zeit hat, mit uns im Garten zu plaudern, grüsst er uns zunächst einmal aus seiner Küche hiermit:



Seine wunderbare selbstgemachte Terrina di polpo - herrlich zart, ein Stückchen Avocado und ein kleines Scampi-Cocktail

Ich mag hier auch immer gerne den gemischten Salat, er ist gut angemacht und besteht aus jeweils wechselnden frischen Zutaten.




Für den Signore darf es ein Süppchen sein: 



und für uns beide dann... ja, was wohl? Ich sage jetzt nichts mehr....



Unbedingt bei der Bestellung daran denken, es als Kalbfleisch zu bestellen, so gehört sich das ja schliesslich auch.

Die Sonne wirft zusätzliche Deco-Elemente als Schattenspiel auf den Teller, der Rosé ist gut gekühlt und die Gespräche sind anregend, am liebsten würden wir noch ewig hier sitzen bleiben. Aber wir kommen ja wieder, gaaanz bald!


Freitag, 1. Mai 2015

Grotto Raffael, Losone

Grotto Raffael, Vicolo Canaa 21, 6616 Losone, Telefon: 091 791 15 29
Ruhetag: Montag

Bereits seit einem Jahr bewirtschaftet nun Guiseppe das Grotto Raffael in Losone. Wir waren bei unserem ersten Besuch hier schon sehr zufrieden und dieser Eindruck setzte sich auch heute fort.

Beim heutigen Wetter war keine Chance zum draussen sitzen und essen, wir stiegen die Treppen hoch zum Restaurant, in dem der schöne grosse Kamin angezündet war und eine gemütliche Atmospäre schuf.

Wir teilten uns Affetato Misto und einen Cicorietta-Salat


und anschliessend einen Klassiker in der italienischen Küche: Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini, hier mal wieder wunderbar und perfekt serviert:


Danach war noch Platz für die hausgemachte Torta di Mele:


Danach musste dann Grappa sein - klar, was sonst.

Getrunken haben wir wieder den Merlot Bianco der Cantina San Giorgio aus Losone, der uns bereits beim letzten Mal ausgezeichnet geschmeckt hatte.

Wir werden sicherlich bald wieder kommen an diesen Wohlfühl-Ort, vielleicht auch einmal an einem Donnerstagabend, denn ab 14. Mai wird es künftig jeden Donnerstag-Abend Tessiner Musik geben.

Donnerstag, 30. April 2015

Ankommen im Tessin und das Grotto Val d'Ambra in Personico

Grotto Val d'Ambra, Personico, montags geschlossen, Tel. 091 864 18 29




Das war heute ein Bilderbuch-Ankommen und die Schweiz präsentierte sich bereits bei der Anreise von ihrer schönsten Seite - Postkarten-Idylle: schneebedeckte Bergzipfel, grüne, saftige Weiden mit Kühen, Sonne, duftige Wölkchen, herrlich, der Frühling ist angekommen und somit auch wieder die Öffnungszeit vieler Grotti, die über den Winter geschlossen hatten.




Eines unserer Favoriten für die Ankunft ist das Grotto Val d'Ambra. Darüber habe ich auch schon einige Mal berichtet, vor allem über die wunderbare Qualität der hier verwendeten Produkte, dann da wohnen noch die glücklichen Schweine. (klick hier):

Bisher gestaltete sich die Anfahrt immer etwas schwierig, meistens ging es nur mit ein bis zwei Anrufen (mindestens) bei der sympathischen Inhaberin Nadine, doch irgendwann hatten wir es raus und überlisteten das uns in die Irre führende Navi - doch jetzt wurden wir überlistet, denn quer über der bisher von uns benutzten kleinen Brücke lag ein groooosser Stein (der wird dort auch noch laut Nadine liegen bleiben, bis die Brücke saniert ist). Ok, dann gibt es jetzt eine neue Wegbeschreibung, die diese hier (klick) bis auf weiteres ersetzen soll:

1. Die Autobahnausfahrt Faido nehmen (das ist die Ausfahrt VOR Biasca), anschliessend sofort das Navi ausschalten!

2. Richtung Bodio, Polleggio, Alptransit fahren

3. In Bodio Richtung Personico fahren

4. In Personico durchs Dorf fahren, NICHT an der Kirche abbiegen, sondern oberhalb der Kirche vorbeifahren bis ans Ortsende, dort sieht man dann irgendwann das rot verputzte Grotto... 

Doch jetzt sind wir erstmal angekommen (nach nur einem einzigen Anruf bei Nadine ;-) ). Trippa in Umido - Kutteln gibt es heute... huch... nein, bitte nicht für uns. Daneben hätte es noch Roastbeef. Wir essen lieber nur einen Tessiner Teller, weil es diesen hier in wunderbarer Qualität gibt, nämlich von den eigenen Tieren:



Auch das Vitello Tonnato ist genau so wie es der Signore liebt:



Und dann noch ein Stückchen Formagella bzw. für mich ein 'Carree di Mucca', den Nadine in ihren Kellern etwas nachreifen lässt. Er wird mit Essig und aromatischem Olivenöl gegessen und ist eine Wucht!




Schon alleine die Umgebung rund um dieses Grotto lässt unser Tessiner-Herz höher schlagen. Dies ist eine wunderbare Empfehlung für die Anreise bzw. für alle, die auf dem Weg nach Italien abseits der Raststätten eine kleine Pause einlegen möchten.